Meilen-Törn im Mai 2017: Olbia – Riposto (mit Video)

Nachdem ich im Februar die Theorieprüfung bestanden habe, bin ich nun daran, die weiteren Meilen zu sammeln, die ich noch für den Hochseeausweis benötige. Wieder habe ich einen Meilentörn auf der Timanfaya gebucht, da ich das Schiff und den Skipper bereits vom letzten Törn kenne.

Der einwöchige Törn fand Mitte Mai 2017 statt und startete von Olbia (Sardinien – Italien) aus. Wir sind direkt am Samstag-Nachmittag zu einem ersten kurzen Schlag ausgelaufen und haben am Abend unsere Ankerbucht Coda Cavallo erreicht. Dann ging es über Arbatax via einer Nachtfahrt auf die Insel Ustica, bevor wir dann die liparischen Inseln erreichten. Von dort aus ging es über die Strasse von Messina die Ostküste von Sizilien runter in eine Ankerbucht bei Taormina. Unser Zielhafen Riposto haben wir dann mit einem sehr kurzen Schlag erreicht. Ursprünglich hätten wir bis Siracusa fahren sollen, die Windprognosen und die rechte lange Strecke haben dies aber verunmöglicht.

Der Törn hat mir sehr gut gefallen und wir waren eine kleine, sympathische Gruppe! Auf diesem Törn habe ich 430 Seemeilen gesammelt. Es fehlen somit noch 270.

In Video habe ich ein paar Eindrücke des Törns wiedergegeben:

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Riposto) – Tag 7 – 19.5.2017

Heute steht nur noch eine ganz kurze Strecke auf dem Plan. Entsprechend essen wir gemütlich zu Frühstück und geniessen die Aussicht auf den Ätna, der leicht am Rauchen ist.


Wir nehmen den Anker auf und werden bei der Ausfahrt aus der Bucht von Taormina noch kurz von einem Delphin begleitet.


Schon bald nehmen wir Richtung Hafen Riposto, wo unser Endhafen für diesen Törn ist.

Bei der Hafeneinfahrt werden wir standesgemäss von der Guardia di Finanza stramm gegrüsst und legen im Hafen an. Auffallend sind die vielen Schiffe der Guardia Finanza, die im Hafen und ausserhalb des Hafens sind.

Später erfahren wir, dass in der Bucht bei Taormina, wo wir letzte Nacht geankert haben, nächste Woche der G7-Gipfel stattfindet. Somit leuchtet nun auch die Präsenz der Guardia di Finanza ein. Auch ist nun die Bucht und Umgebung um Taormina grossräumig gesperrt und so hatten wir noch Glück, letzte Nacht dort noch geankert zu haben.


Am Nachmittag können wir noch Riposto anschauen gehen. Die Stadt ist am Nachmittag ganz ausgestorben. Erst gegen Abend kommt Leben auf und die vielen Läden öffnen wieder. Es hat sehr viele Gemüse- und Früchte- sowie Fischhändler.

Am Abend gehen wir in Restaurant Glass (kann ich nur empfehlen) und lassen unsere Gaumen mit lokalen Spezialitäten verwöhnen. Auch die Crew der Swiss Mocha (www.swissmocha.ch) um Skipper Franz ist heute in Riposto eingelaufen und gesellt sich an unseren Tisch.

Christian hat die VAST im Hafen entdeckt und geht zu einem Schwatz bei Matthias und Maren vorbei. Leider bemerke ich erst später, dass ich die beiden (www.vast-floating.com) von einem Podcast mit den Glüxpiraten (GST015 – Interview mit Maren und Matthias Wagener von www.vast-floating.com) kenne. Gerne hätte ich auch kurz Hallo gesagt.

Morgen geht es wieder heimwärts und ich werde den Törn ist sehr guter Erinnerungen behalten. Ein herzliches Dankeschön an den Skipper Christian und seine Co-Skipperin Barbara sowie der restlichen Crew.

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Riposto) – Tag 6 – 18.5.2017

Schön früh geht’s vom Anker-Platz los. Wir haben für den heutigen Tag kaum Wind angesagt, s.d. wir motoren werden, bis wir unseren nächsten Ankerplatz in Taormina erreichen werden. Wir sehen aber zuerst bei Tag zum ersten Mal die wunderschönen Gesteinsformationen an unserem Ankerplatz.


Kurz nach der Abfahrt werden wir in sicherem Abstand von einem der Tragflügelboote überholt, die mit 40 Knoten unterwegs sind.


Wir fahren an der Insel Vulcano vorbei und können den von Wolken bedeckten Stromboli aus der Ferne sehen.

Es gibt eine Planänderung, da für den morgigen Tag ein starker Gegenwind mit 20 Knoten erwartet wird, was es uns unmöglich machen würde, vom Ankerplatz bei Taormina, den wir heute Abend ansteuern werden, den geplanten Zielort Siracusa zu erreichen. Unser Skipper beschliesst deshalb, am Freitag anstelle von Siracusa das nördlich von Catania gelegene Städtchen Riposto anzulaufen, von wo wir unseren Törn beenden werden und dann die neue Crew einsteigen wird. Zum Glück kann Christian die neue Crew kontaktieren und auf Riposto umdelegieren sowie auch einen Hafenplatz in Riposto reservieren.

Wir steuern auf die Strasse von Messina zu, wo es ein Verkehrtrennungsgebiet und viele grössere Frachtschiffe gibt.


Danach fahren wir der östlichen Seite von Sizilien hinunter. Das Gebiet entlang der Küste ist recht verbaut und wird auch von einer Autobahn durchzogen. Wir sehen leider auch sehr viel Müll im Meer – primär Plastikteile und -säcke.

 
Kurz vor unserer Ankunft am Abend werden wir in Fahrt von einem Boot der Guarda di Finanzia angehalten. Sie führen telefonisch eine Kontrolle durch und lassen uns dann weiterfahren.


Kurz danach erreichen wir unseren Ankerplatz bei Taormina.

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Siracusa) – Tag 5 – 17.5.2017

Ich geniesse noch den frühen Morgen bei einem italienischen Cafe. Nach dem Morgenessen verlassen wir zeitig Ustica in östlicher Richtung der liparischen Inseln. Dank gutem Wind können wir recht lange mit dem Spinnaker segeln.

 

Am Nachmittag sehen wir die ersten liparischen Inseln mit vulkanischem Ursprung. Die Formationen sehen sehr eindrücklich aus. Erstaunlicherweise leben auch Menschen auf diesen kargen Inseln. Eine hervorstehende Gesteinsformation in Form eines Eichhörnchens lässt uns staunen.

  

Wir erleben einen wunderschönen Sonnenuntergang und laufen in der Nacht in einer Bucht beim Städtchen Salinas ein und setzen den Anker. Es gibt ein spätes Nachtessen und danach ist Schlafen angesagt, da wir morgen um 8.00 wieder den Anker heben möchten.

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Siracusa) – Tag 4 – 16.5.2017

Heute beginnt meine erste Wache um 4.30, s.d. mich der Wecker um 4.15 aus dem Halbschlaf holt. In der Nacht wurden wieder die Segel gesetzt und wir sind mit 8-9 Knoten unterwegs. Der Sternenhimmel ist wunderbar und viel klarer als zu Hause mit der Lichtverschmutzung. Wir können auch ganz gut die Venus erkennen. Bei Sonnenaufgang kommt mit dem Wachwechsel unser heutiges Geburtstagskind auf die Wache. Lautstark singen wir Happy Birthday. Der Wind hat etwas nachgelassen.

Plötzlich tauchen ein paar Delphine auf und begrüssen uns an diesem schönen Morgen.
Später sehen wir zwei Schildkröten, die langsam an der Wasseroberfläche schwimmen. Später sehen wir nochmals ganz schön Delphine. Mitte Nachmittag steuern wir auf die Insel Ustica zu und legen im Hafen nach mehr als 28h Fahrt an.

Ich besuche das kleine Dörfchen, dass zwar klein, aber doch lebhaft aussieht. Auffallend viele Anbieter bieten Tauchen an. Ich gehe weiter auf den Hügel und geniesse die tolle Sicht über die Insel. Gut kann ich Timanfaya im Hafen erkennen.

Am Abend geniessen wir eine schmackhafte Vorspeise für unser Geburtstagskind. Danach gibt es sehr leckere Lasagne, die unser Skipper selber gemacht hat. Es ist wieder ein lustiges und lebhaftes Abendessen.

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Siracusa) – Tag 3 – 15.5.2017

Vor der Abfahrt kommt noch die Zollkontrolle an Bord und kontrolliert alles kurz. Danach steht noch Einkaufen auf dem Programm, bevor wir Sardinien in Richtung Ustica verlassen. Dies wird die erste Nachtfahrt auf diesem Törn. Wir rechnen damit, dass wir Ustica am Nachmittag oder Abend vom nächsten Tag erreichen werden.


Nach der Ausfahrt aus dem Hafen können wir bereits die Segel setzen und nützen den guten Wind. Später lässt der Wind nach und wir fahren unter Motor weiter. Wir haben einen Wachplan aufgestellt. Jede Doppelwache dauert 3h und es gibt alle 1.5h einen Wechsel. Somit haben wir nach der Wache 6h Zeit zum Schlafen, Ausruhen oder einfach geniessen. Die Sonne brennt aber recht stark und auf dem Deck gibt es nur wenig Schatten.


Wir geniessen einen schönen Sonnenuntergang und den aufziehenden Sternenhimmel. Meine letzte Wache an diesem Tag endet um 22.30 und ich lege mich für ein paar Stunden zum Schlafen hin.

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Siracusa) – Tag 2 – 14.5.2017

Nach dem Morgenessen heisst es Anker auf mit dem Tagesziel Arbatax. Windmässig ist es eher auf der gemütlichen Seite und wir fahren unter Motor, Grosssegel und Genua der Küste Richtung Süden. Wir können auch einem kurz der Spinnaker setzen. Dies ist jedoch auf diesem grossen 67 Fuss Boot eine rechte Übung. Der Spi-Baum alleine ist mindestens gleich dick wie die Masten der Segelboote auf dem Zürichsee, die ich kenne. Die Fahrt entlang der Küste ist sehr schön und ich geniesse den Tag. Man ist immer damit beschäftigt, die Segel zu trimmen oder das Boot zu steuern. Wir erreichen Arbatax kurz vor 19.00 und legen im Hafen an einer Muring-Boje an.

Das Anlegen und Festmachen des Schiffes ist wegen der Grösse auch ein kleineres Unterfangen. Danach gibt es wieder ein Anleger-Umtrunk im Sonnenuntergang. Beim Nachtessen wird viel über Gott und die Welt philosophiert.

Meilentörn SY Timanfaya (Olbia-Siracusa) – Tag 1 – 13.5.2017

Ich bin gestern Abend in Olbia (Sardinien) angekommen, von wo aus der Törn starten wird. Spät abends geht es mit dem Taxi vom Flughafen in etwa 10 Minuten zum Hotel, das in Fussdistanz zum Hafen liegt.

Den Tag verbringe ich mit dem Besuch der Stadt Olbia und esse eine leckere Pizza mit einem kühlen Bier. Das Städtchen finde ich nicht sehr spannend. Es hat aber viele Touristen, die von den Kreuzfahrtschiffen hier einen Tages-Abstecher machen. Entsprechend ist auch die Dichte der Läden relativ gross und auf diese Touristen abgerichtet.

Kurz vor 15.00 geht’s dann aufs Schiff Timanfaya, das an der Molo Brin liegt. Ganz gespannt bin ich auf die mir noch unbekannte Crew. Christian, der Skipper und Schiffseigner, den ich bereits vom letzten Törn im Herbst 2016 kenne, begrüsst mich und die restlichen Crewmitglieder sind auch bereits auf dem Boot. Das Boot ist nicht vollbelegt und nach der Begrüssung der restlichen Crew beziehe ich meine Kabine. Viel Zeit zum Auspacken habe ich nicht, denn wir fahren bereits in ein paar Minuten ab, um schon etwas Distanz zu machen.


Nach dem Ablegen geht es die lange Ausfahrt unter Motor hinaus. Links von uns liegen die Kreuzfahrtschiffe, rechts von uns die grossen Miesmuschelzuchten. Ein anderes Schweizer Schiff, die Swiss Mocha, ein Katamaran, mit dem Skipper Franz und seiner Gästecrew hat die gleiche Reise vor und ist bereist 30 Minuten vorher losgefahren. Wir können dann die Fock setzen und kreuzen auf. Nach 3 Stunden erreichen wir unser Tagesziel, eine Bucht bei Capo Coda Cavallo, wo wir ankern.

Wir geniessen den Ankertrunk und dann leckere Spaghetti Carbonara. Schon geht der erste Tag auf See zu Ende. Wir haben eine gemütliche, sympathische Crew mit der Co-Skipperin Barbara, einem Ehepaar und einem weiteren Mitsegler.

Datenbank mit Hochsee-Schiffsnamen, MMSI, Call-Sign

Aus Interesse habe ich nach einer Suchmöglichkeit für bestehende Schweizer Hochsee-Schiffsnamen gesucht – man weiss ja nie. Ich habe keine öffentliche Datenbank des Schweizerischen Hochseeschiff-Registers gefunden, bin aber auf einen anderen Ansatz gestossen.

Da die meisten Hochsee-Schiffe eigentlich eine MMSI bzw. einen Call-Sign haben, bin ich auf der folgenden öffentlichen Webseite fündig geworden:

http://www.itu.int/online/mms/mars/ship_search.sh

Dort kann man weltweit nach Schiffsnamen, MMSI, Call-Sign oder Administrations-Gebiet suchen und bekommt dann die dort registrierten Schiffe. Die Ergebnisse sind zwar auf 200 Einträge pro Suche beschränkt, man kann aber nach Teilbereichen suchen und so die Ergebnisliste auf weniger Einträge pro Suchauftrag herunterbrechen. Ich habe die Suche auf das Administrations-Gebiet Schweiz eingeschränkt und beim Schiffsnamen jeweils nur den Anfangsbuchstaben aus dem Alphabet genommen. So bin ich durchs Alphabet durchgegangen (bei S gab es mehr als 200, so habe ich zusätzlich den zweiten Buchstaben eingeschränkt). Insgesamt habe ich dann in etwa 1’500 Einträge erhalten.

Wer also schon immer nach bestehenden Schiffsnamen suchen bzw. wissen wollte, ob sein gewünschter Schiffsname noch frei ist, kann ev. diese Datenbank zu Rate ziehen. Auch wenn man sich auf einen Törn auf einem fremden Schiff vorbereiten möchte (z.B. SRC-Notfall-Zettel mit Schiffsnamen, MMSI, Call-Sign vorbereiten), kann diese Webseite die nötigen Infos liefern.

Anbieter von Hochsee-Törns, die aus der Schweiz operieren

Da ich daran bin, für den Hochseeausweis Meilen und Erfahrungen zu sammeln, habe ich nach verschiedenen Anbietern gesucht, die solche Törns anbieten und aufgelistet.

Die Liste ist selbstverständlich nicht vollständig und ich kann auch keine Aussage zu den Anbietern machen. Falls jemand weitere Anbieter kennt: lasst es mich wissen und ich ergänze die Liste.

http://www.4-oceans.ch
http://www.cruisingclub.ch
http://www.joy-sailing.ch
http://www.maryvent.ch
http://www.sailix.ch
http://www.schweizerische-seefahrtschule.ch
http://www.segeln.ch
http://www.segelschule-murtensee.ch
http://www.skipperteam.ch
http://www.solsailing.ch
http://www.swissmocha.ch
http://www.swisssailingconnection.com
http://www.sy-discovery.org
http://www.timanfaya.ch